Die Geschichte der Taxi Düsseldorf eG

Mit dem Ottomotor fing alles an - wenig PS

Unsere Taxi-Düsseldorf eG gibt es nun seit 75 Jahren. Eine runde Zahl, wenn man die 1928 gegrün­dete 'Freie Innung des Auto­droschkengewerbes' dazu zählt. Diese Vertretung war bis 1958 der Vorläufer der 'Taxi-Funktaxi-Zen­trale eG'. 1993 wurde der Name durch die Generalversammlung in 'Taxi-Düsseldorf eG' umbenannt. Unsere Organisation hat eine in­teressante Vorgeschichte:

80 Pferdedroschken

Seit 1876 gab es in Düsseldorf die von einer belgischen Gesellschaft gegründete Pferdebahn. Fünfund­zwanzig Jahre später hat die Stadt diese Gesellschaft gekauft. 1896 wurde in Düsseldorf die erste elek­trische Straßenbahn eingerichtet. Sie fuhr von der Schützenstraße nach Grafenberg. 1900 vollendete man die Elektrifizierung aller bereits bestehenden Linien.

Als weiteres öffentliches Verkehrs­mittel gab es 80 Pferdedroschken, ebenfalls schon vor der Jahrhun­dertwende. Sie waren auch damals konzessioniert und standen unter polizeilicher Kontrolle. Aus Anlass der großen Industrieausstellung 1902, die sich auf dem Gelände oberhalb der Rheinterrassen be­fand, wurden sie um zweihundert Pferdedroschken ergänzt.

Erste Autodroschken

Als sich Anfang des Jahrhunderts bei PKWs der Ottomotor als An­trieb durchsetzte, kamen zu den* Pferdedroschken erste Auto­droschken -Taxen mit Benzin- und mit Elektromotor. Die letzteren, Batterie betriebene Wagen, hat­ten keine Zukunft, weil ihr Verkehrsradius eingeschränkt war. Pferdedroschken gab es in Düssel­dorf noch bis Ende der zwanziger Jahre. Die neuen Benziner beka­men 1913 schnell Konkurrenz durch kleinere Dreiraddroschken. Diese Dreiräder hatten einen Nachteil. Sie waren kaum verkehrs­sicher und legten sich schon Mal 'auf die Seite', wenn zu schnell um die Kurve gebraust wurde.

Nur eine Frage der Zeit

Die Wagen hießen offiziell "Zyklonetten" oder "Phänomo­bil", im Volksmund schlicht "Räspelche". Die Gefährlichen fuh­ren billiger, sie nahmen dadurch den großen komfortablen Wagen ihre Fahrgäste weg. Dreiräder hiel­ten sich noch bis über den ersten Weltkrieg hinaus, weil sie sparsa­mer im Verbrauch waren. Als in der ersten Hälfte der zwanziger Jahre das Geschäft wieder startete, stell­te sich bald heraus, dass die "Räspelche" den an sie gestellten Anforderungen nicht mehr ge­wachsen waren. Eine Frage der Zeit, bis sie ganz aus unserem Stadtbild verschwanden.

Gelbe Gefahr - Chaos komplett

Kleine Vierradwagen kamen. Zur besseren Kennzeichnung hatten sie vorne an der Haube einen waa­gerechten gelben Streifen. In un­serem Gewerbe wurden sie die "Gelbe Gefahr" genannt. Weil sie billiger fuhren und dadurch öfter von den Fahrgästen frequentiert wurden. Zu diesen zwei Sorten Autodroschken sollte 1926 noch eine dritte hinzukommen - Chaos komplett! Es stellte sich aber im­mer mehr heraus, dass die komfor­tablen Wagen auf Dauer gesehen am rentabelsten waren. Was näm­lich die kleineren und billigeren Wagen mehr an Passagieren beför­dern konnten, das fraßen die Re­paraturen zum großen Teil wieder auf.

Überschaubarer Tarif

Die Idee von einer einheitlichen zuverlässigen Autodroschke reifte. 1928 war es so weit. Alle drei bis dahin bestehenden Vereine schlos­sen sich zu einem großen zusam­men und legten einen gleichen, für den Fahrgast überschaubaren Ta­rif fest. Damit begann die Ge­schichte der 'Freie Innung des Autodroschkengewerbes zu Düs­seldorf'.

Anton Hermen, genannt 'Kohle­mann', ist ihr Gründer. Sein Nach­folger wurde Bernhard Bendler. Er führte die Innungsgeschäfte bis 1934. Unser Taxigewerbe verdankt Ihm eine eigene Innungstankstelle. Durch Bendlers Einfluss konnten außerdem die Grundstücke Schützenstraße 38 und Worringer Straße 33 erworben werden.

Tag und Nacht in Reichsmark 1928 setzt der Gemeindevorstand für den Kreis Düsseldorf die Fahr­preise fest:

Taxe I bis 660 m 0,50 RM, weitere 333 m 0,10 RM anwendbar bei 1-2 Personen am Tage und stets bei leeren Anfahrten zur Tages- und Nachtzeit.

Taxe II bis 500 m 0,50 RM, weitere 250 m 0,10 RM anwendbarfür drei Personen am Tage

Taxe III bis 330 m 0,50 RM, weitere 250 m 0,10 RM anwendbar für 4 Personen bei Nacht

Taxe IV bis 330 m 0,50 RM, weitere 166 m 0,10 RM anwendbar für 5 Personen am Tage und 3 Personen in der Nacht.

Traf auch das Taxigewerbe

Eine Fahrt vom Belsenplatz zu den städtischen Krankenanstalten (heute Universität), circa sieben Kilometer, kostete 1928 tagsüber für drei Personen 3,40 RM. Das Fahrgastaufkommen stieg. Etwa 150 Taxen liefen in Düsseldorf vor dem zweiten Weltkrieg. Sein Aus­gang traf auch das Taxigewerbe hart. Ganze 90 Kraftdroschken waren 1948 noch zugelassen - das Jahr der Währungsreform. Zehn Jahre später waren es wieder 200, weitere sechs Jahre später 450. Heute werden unsere Bürger von z. Zt. 1340 Taxen bedient!

Telefonzentrale - mehr Fahrten - Funkbetrieb - noch mehr

Bereits Anfang der zwanziger Jah­re gab es eine Telefonzentrale. 1951 wurden von dort 333.991 Fahrten vermittelt. 1955 waren es schon 550.879. Ein großer Schritt nach vorne war das Jahr 1958, als der moderne'Funkbetrieb' einge­führt wurde. Sein Vorteil machte sich vor allem in den Außenbezir­ken bemerkbar. Für die Bürger ver­ringerten sich die Anfahrtskosten. Vorteile gab es aber auch für die Taxifahrer selbst, denn sie konnten nun in der selben Zeit mehr Fahr­ten durchführen.

Eine Tarifstufe - Tag und Nacht

Seit 1958 wurde auch nur noch eine Tarifstufe'gefahren'-Tag und Nacht und unabhängig von der Personenzahl. Die vermittelten Fahrten erhöhten sich 1959 auf 886.040. Ein Jahr später waren es 1.1 Millionen und im Jahre 1977 fast 2,6 Millionen Aufträge, die an mittlerweile 1200 Taxis übergeben werden konnten. Im Jahr 2002 konnten Fahraufträge an 1330 an­geschlossene Taxen vermittelt wer­den.

Mit wachsenden Aufgaben

Mit wachsenden Aufgaben wurde es an der Worringer Straße zu eng. 1960 ergab sich die Möglichkeit, ein 7500 qm großes Grundstück an der Kölner Straße 356 zu erwer­ben. Zunächst wurde dort mit be­reits vorhandenen Bauten vorlieb genommen. Eine Großtankstelle wurde errichtet.

Aufwärts

Bis 1966 war in der Kölner Straße auch die neue Vermittlungs­zentrale eingerichtet und drei Jah­re später unser PKW-Reparaturbe­trieb, auf den unsere Mitglieder nach all den Jahren der Partner­schaft stolz sein können. Bis heute ist dieser Betrieb eine Taxi-Ver­tragswerkstatt der Mercedes-Benz AG.

Ohne ein leistungsfähiges Taxi­Gewerbe ist eine Großstadt heute nicht mehr denkbar. Das trifft für Düsseldorf um so mehr zu, als die Landeshauptstadt mit ihren vielen Behörden, den großen Wirt­schaftsverbänden und dem Flug­hafen An- und Abreiseverkehr ei­nen beachtlichen Strom von Besu­chern aufzuweisen hat. Seit den Anschlägen auf das Worldtrade­center in New York und mit Ein­führung des EURO war für uns alle ein deutlicher Abschwung zu er­kennen. Er hat das Taxigewerbe genauso getroffen wie die Gastro­nomie, die Hotels und die gesam­te Wirtschaft. Wir können bei un­serem heutigen Jubiläum nur hof­fen, dass es mit ihr wieder aufwärts geht und dass bis dahin die Mit­glieder wie auch die Teilnehmer zu ihrer Taxi-Düsseldorf eG stehen. Unser Zusammenhalt ist wichtig. Er ist auch ein Zeichen von 75 Jahren genossenschaftlicher Zusammen­arbeit in der Taxi-Düsseldorf eG.